Honig

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Werbeschild Deutscher Honig… so sagen die Einen, ist ein süßer Brotaufstrich; nichts anderes eigentlich als eine dicke Zuckerlösung. Honig, so sagen die Anderen, ist Ambrosia; die Götterspeise der Antike, die den irdischen Günstlingen der Götter gereicht wurde, um ihnen Unsterblichkeit zu verleihen.
Scheint uns erstere Aussage etwas dürftig, so ist doch die zweite auch recht gewagt. In jüngerer Zeit sind uns dererlei Wirkungen des Honigs jedenfalls nicht bekannt geworden. Griechischer Mythos eben!

Honig, so definiert es unser Lebensmittelgesetz, ist ein flüssiges, dickflüssiges oder kristallines Lebensmittel, das von Bienen erzeugt wird, indem sie Blüten­nektar, andere Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, durch körpereigene Sekrete bereichern und verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen. Das Gesetz schützt die Bezeichnung Honig und beschreibt dann noch einzelne Merkmale und legt fest, daß dem Honig weder Stoffe zugesetzt, noch honigeigene Bestandteile entzogen werden dürfen.

Die vollständige Honigverordnung im deutschen Lebensmittelgesetz finden Sie unter:
http://www.deutscherimkerbund.de/userfiles/downloads/satzung_richtlinien/Honigverordnung_30.06.2015.pdf

So, nun wissen wir, was Honig ist und sein darf! Aber ist das alles, was es zu Honig zu sagen gibt? Gewiß nicht. Es gibt Berge von Literatur über Honig, und jährlich wächst dieser Berg weiter…

Fassen wir also hier kurz zusammen, was es über unseren Lichtenrader Bienenhonig zu sagen gibt. Daß er gut schmeckt, prüfen Sie bitte am besten selber. Erwarten Sie jetzt aber bitte kein exotisches Aroma nach Zitrus, Eukalyptus oder gar Lavendel. Unser Honig stammt aus­schließlich von den Pflanzen, die Sie aus Ihrer Umgebung in Lichtenrade kennen.

Honigschleudern

Die Honiggewinnung erfolgt,wie üblich, durch Schleudern der Honigwaben. Die Waben werden den Bienenvölkern entnommen und sofort geschleudert. Der Honig wird durch ein Doppelsieb von groben Wachsteilchen befreit und in Edelstahleimern bzw. lebensmittelechten Kunststoffbehältern gesammelt. In diesen Eimern wird er gleichmäßig durchmischt und einen Tag danach (kleine Wachsteilchen und Luftbläschen können aufschwimmen) in Verkaufsgebinde für den Sofortverbrauch abgefüllt.
Ein weiterer Teil des Honigs wird mit einer geringen Menge vorjährigem, kristallinem Honig versetzt, an mehreren Tagen nacheinander gerührt und nach fortgeschrittener Kristallisation ebenfalls in Gläser abgefüllt. Dieses Verfahren bewirkt, daß der Honig schnell und feinkristallin kandiert und über längere Zeit eine feincremige Konsistenz beibehält.
Dies ist alles, was der Honig beim Freizeitimker an „Behandlung“ erfährt; keine Ultrafiltration, kein Erwärmen, kein Verschnitt mit anderen Sorten. Der Honig bleibt, was er von Anfang an war: Lichtenrader Bienenhonig. So verbrauchsfertig abgefüllt wird er im Keller kühl, trocken und dunkel gelagert.

Im Vergleich mit industriell aufbereitetem Honig kann dieser Honig einige äußerliche Mängel aufweisen. So werden Sie immer kleinste Wachspartikelchen finden, die nicht ausfiltriert wurden. Das schadet nicht und bietet die Gewähr, daß auch noch vermehrt Pollen im Honig enthalten sind. Des weiteren finden Sie auf der Oberfläche des Honigs einen weißen Belag. Dies ist feinster Schaum, der nach dem Abfüllen durch kleinste aufsteigende Luftbläschen verursacht wird. In fest kandierten Honigen zeigen sich manchmal am Glas entlang eisblumenartige helle Strukturen, die durch eindringende Luft zwischen den Honigkristallen und dem Glas entstehen. Besonders wasserarme Honige neigen zu dieser “Eisblumenbildung”. Alles jedoch sind Äußerlichkeiten, die der Qualität des Honigs keinen Abbruch tun.

Was nun, wenn Ihnen der kandierte Honig zu hart ist? Stellen sie den Honig einfach für etwa 30 Minuten in gut handwarmes Wasser (nicht über 40 Grad) und rühren Sie ihn dann kräftig mit einem Messer durch. Er bleibt dann für lange Zeit wieder feincremig.

Wir weisen aber auch ausdrücklich darauf hin, daß Honig als rohes Lebensmittel tierischen Ursprungs Sporen des Botulismus-Erregers enthalten kann. Honig sollte also Säuglingen und Kleinkindern unter einem Jahr nicht verabreicht werden.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum müssen wir gemäß EU-Handelsbestimmungen inzwischen auch für Honig ausweisen. Üblicherweise wird dieses auf einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten nach dem Abfüllen des Honigs angegeben. Bei sachgemäßer Lagerung – kühl, lichtgeschützt und trocken – behält unser Honig weit über diesen Zeitpunkt hinaus seine spezifischen Eigenschaften.

Noch weitere Fragen? Ihr Imker wird versuchen, alle Ihre Fragen zu beantworten und zeigt Ihnen auch gerne seinen Bienenstand. Die günstigste Zeit dafür sind die Monate Mai bis September.

Honig vom Lichtenrader Imkerverein finden Sie auch unter Honigverkauf.

 

Honigtau

In Jahren mit günstiger Witterung (gemeint ist günstig für Blattläuse) gibt es dann noch die Honigtautracht. Honigtau  (wikipedia) sind teils zuckerhaltige Sekrete lebender Pflanzenteile (nicht Blütennektar) und überwiegend jedoch zuckerhaltige Sekrete von Blattläusen. Diese sammeln die Bienen und bereiten daraus ebenfalls Honig. Diesen Honig bezeichnen wir als Blatthonig, um eine deutliche Abgrenzung zum Blütenhonig zu schaffen. Bekanntester Vertreter solcher Blatthonige ist der Tannenhonig, der allerdings mangels Tannenwälder in Lichtenrade nicht erwartet werden kann. Unser Blatthonig stammt überwiegend von den Linden und geringfügig von Eichen.

LindenblütenDie Bienen der meisten Lichtenrader Imker stehen ganzjährig in Lichtenrade und sammeln eben, was in ihrem Flugradius von etwa zwei bis drei Kilometern zu erreichen ist. Wanderungen in Massentrachtgebiete, wie es Erwerbsimker tun müssen, unternehmen Lichtenrader Imker nur in Ausnahmefällen. Unsere Honige sind also Mischhonige aus allem, was die nähere Umgebung bietet. Die Geschmacksrichtung wird von den Haupttrachten bestimmt. So ist die Frühjahrsblüte ein sehr heller und mild schmeckender Honig, der von vielen wegen seiner ausgeprägten Süße bevorzugt wird. Er ist meist sehr dünnflüssig und kandiert sehr langsam. Zuweilen wird am Stadtrand jedoch Raps angebaut, was dazu führt, daß unsere Frühjahrsblüte mit so viel Rapshonig versetzt ist, daß dieser Honig doch sehr schnell kandiert.

Die Sommerblüte, überwiegend Linde, ist ein etwas dunklerer Honig von aromatischem Geschmack, der unbehandelt innerhalb von drei bis vier Monaten kandiert. Der Blatthonig unterscheidet sich nun ganz wesentlich von den Blütenhonigen. Es ist ein zähflüssiger und sehr dunkler Honig, der sich durch einen kräftigen malzartigen Geschmack auszeichnet. In reiner Form kandiert er nicht vor Jahresfrist. Er hat übrigens die stärkste antibakterielle Wirkung von allen Honigen. Er fällt jedoch nur in seltenen Jahren an, kann also auch nur selten erworben werden.

Hinzuzufügen ist, daß unsere Honige in Geschmack, Konsistenz und Aussehen, abhängig von den jeweiligen Witterungsbedingungen, von Jahr zu Jahr variieren. Was unterscheidet nun unsere Honige von anderen Honigen?
Maßgeblich für die Qualität eines Honigs ist einerseits die imkerliche Betriebsweise und andererseits die Gewinnung und Verarbeitung des Honigs. Die Betriebsweise der Lichtenrader Freizeitimker orientiert sich an einer artgerechten Bienenhaltung unter Berücksichtigung einer so weit wie möglich schadstoffarmen Honiggewinnung.

Hier können Sie die Ergebinsse einer 2014 vom Lehrbienenstand beauftragten Untersuchung über den Bleigehalt Berliner Honige (pdf) einsehen.

Leider haben auch die Bienen mit Krankheiten und Parasiten zu kämpfen, und der Einsatz von Medikamenten ist üblich geworden. Wir bemühen uns, dieser Dinge mit biologischen bzw. biotechnischen Maßnahmen Herr zu werden. Es wird eher der Verlust eines Bienenvolkes hingenommen als daß harte Medikamente eingesetzt würden.
Die Varroatose – Befall durch die Varroa-Milbe (unser ärgster Feind) – wird bei uns nach Abschluß der Tracht in der Regel mit Ameisensäure bekämpft; ein Behandlungs­mittel, das Rückstände in Wachs und Honig ausschließt und voll biologisch abbaubar ist. Vereinzelt werden auch Thymolpräparate eingesetzt. Bei sehr hohem Varroabefall kann auch eine Winterbehandlung mit Oxal- oder Milchsäure erforderlich sein um das Überleben der Bienenvölker zu sichern.
Alle genannten Behandlungsmittel sind für Bioimkereien zugelassen. Nicht ausschließen können wir den Schadstoffeintrag über den Nektar. Dieser ist jedoch extrem gering, weil die Biene die Wirkung eines biologischen Filters hat. Honig gehört dadurch allgemein zu den am wenigsten schadstoffbelasteten Lebensmitteln überhaupt (Untersuchungen über Bleigehalte in Berliner Honigen im Jahre 1981 ergaben Werte für Lichtenrader Honige von 0,1 und 0,5 ppm).

Weitere Informationen auch unter Imkerverband Berlin/Bienengesundheit